Eine Schneeschuhwanderung erfordert eine sorgfältige Planung, denn zusätzlich zu der Beschaffenheit des Geländes, muss auch die Festigkeit bzw. Tiefe der Schneeoberfläche, das Wetter und die Gefahr von Lawinen berücksichtigt werden zur Bestimmung einer geeigneten und sicheren Route.
Grundsätzlich sollten beim Schneeschuhwandern durch verschneite Regionen zusätzlich zu dem normalen Marschgepäck mit Proviant, Erste-Hilfe-Ausrüstung und Notfallausstattung immer auch Orientierungshilfen, wie ein GPS-Gerät (mit Ersatzbatterien), eine topografische Karte, Kompass und Handy im Rucksack sein. Gerade in verschneiten Höhenlagen kann das Wetter rasch umschlagen und Nebel und Niederschlag die Sicht behindern, so dass die Orientierung anhand markanter Punkte nicht mehr möglich ist. Spätestens in dieser Situation sind Sie dankbar, wenn Sie mittels GPS, Kompass und Karte sowie gegebenenfalls Höhenmesser Ihren Standpunkt ermitteln, und Marschrichtung und Ziel sicher bestimmen können.
Die Alpenvereine Deutschlands, Österreichs, Italiens und der Schweiz geben telefonisch und über ihre Webseiten Auskunft über aktuelle Schneehöhen und Wetterlagen, Öffnungszeiten von Hütten und Zustände bzw. Begehbarkeit von Wegen und Strecken. Vor Antritt und Planung Ihrer Schneeschuhwanderung sollten Sie unbedingt dieses Angebot nutzen und sich bestmöglich informieren und vorbereiten. Insbesondere über die Lawinenlage sollten Sie sich einen Überblick verschafft haben und entsprechende Gebiete unter allen Umständen meiden.
Möchten Sie zunächst auf kürzeren Strecken erste Erfahrungen im Schneeschuhgehen sammeln und auf eigene Faust loswandern, so bleiben Sie bei Ihrer Schneeschuhwanderung erst einmal im flachen Gelände oder auf gut überschaubaren Almen. Für erste spontane Schneeschuhwanderungen ohne aufwändige Vorab-Planung können Sie sich auch an ausgeschilderte Sommer-Wanderwege halten oder neben Langlauf-Loipen her laufen. In vielen Wintersportgebieten gibt es sogar ausgeschilderte Schneeschuhwege – Auskunft hierüber geben die örtlichen Tourismusbüros, Informationsstellen und manchmal sogar auch die Unterkunftsbetriebe.
Bei Ihrer ersten Schneeschuhwanderung sollten Sie vorsichtig sein in der Einschätzung Ihrer Kondition, der Entfernung, Geschwindigkeit und Anforderung. Wählen Sie zunächst kürzere Strecken und probieren Sie die Techniken und Ihre Fähigkeiten aus, bevor Sie sich an weitere Distanzen und schwierigeres Gelände heranwagen.
Wenn Sie das Naturerlebnis ungespurter Wege lockt, so verhalten Sie sich umweltbewusst und achten Sie darauf, die Tierwelt nicht zu stören. Gerade das Stapfen fernab gespurter und viel genutzter Wege schreckt viele Tiere auf und stört die Winterruhe ganz empfindlich, denn das Aufschrecken, Weglaufen und panische Reagieren erfordert einen hohen Energieumsatz bei winterruhenden Tieren, der die Winterreserven angreift und eine lebensbedrohliche körperliche Belastung darstellt. Als Schneeschuhwanderer sollten Sie daher folgende Regeln zum Schutz der Pflanzen und Tiere einhalten:
Gerade in den versteckteren Winkeln der Alpengebiete, die für Naturliebhaber wegen ihrer Ursprünglichkeit so reizvoll sind, befinden sich Schutzräume nicht nur für seltene, scheue Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, auch zahlreiche sehr seltene Pflanzen, die Überbleibsel aus der Eiszeit sind, sind hier noch zu finden. Betreten Sie daher bewachsene Untergründe stets mit Vorsicht und der Achtsamkeit, auf Ihrer Schneeschuhwanderung keine schützenswerten Pflanzen zu zertreten, Bleiben Sie am besten auf Wegen und meiden Sie Höhenregionen, die Rückzugszonen für scheue Tierarten und bedrohte Pflanzen sind. Zwar hat der Klimawandel zu immer weiteren Verlagerungen der Schneegrenzen in höhere Regionen geführt, aber letzten Endes sollte Naturschutz immer vor Freizeitvergnügen und das Leben z.B. des Auerhahns wichtiger als das Vergnügen des Schneeschuhwanderns.
Ist das Gebiet und die Route für Ihre Schneeschuhwanderung auf eigene Faust festgelegt, sollten Sie sich in das entsprechende Kartenmaterial einarbeiten und, falls Sie es noch nicht können, lernen, eine topografische Karte zu lesen. Zwar bieten GPS und Kompass gute Orientierungsmöglichkeiten, die beste Übersicht über Ihren Standort und Marschrichtung gewinnen Sie jedoch über eine Karte, die die Umgebung mit allen Sichtpunkten und Höhenlinien darstellt. In besiedelten Gebieten und unterhalb der Waldgrenze helfen Schilder und Wegpunkte bei der Orientierung, sobald es aber in höhere Regionen geht, wird die Orientierung zunehmend schwieriger, da das Wegenetz dünner wird. Gerade in sehr großen, von einem dicken Schneemantel überzogenen Höhenlagen, kann das einheitliche Weiß fast nahtlos in den Himmel übergehen und aufkommender Nebel zusätzlich die Sicht beeinträchtigen. In so einem Fall, hilft nur noch, in den eigenen Spuren so weit zurückzugehen, bis ein Sichtpunkt zu sehen ist, der hilft, die Position zu bestimmen.
Eine weitere, nicht zu unterschätzende Gefahr beim Schneeschuhwandern geht von Lawinen aus, daher sollten sich gerade Schneeschuhwanderer ab Lawinenwarnstufe drei nicht mehr in alpinem Gelände bewegen und schon gar nicht fernab befestigter und ausgewiesener Wege. Generell gilt:
Als Anfänger bzw. Einsteiger im Schneeschuhwandern sollten Sie sich vor der Tour genau über die Wegführung informieren und stets dem Rat des örtlichen Experten folgen. In Gebieten, in denen Sie sich nicht auskennen, bleiben Sie immer auf den markierten Wegen. Generell gilt, ähnlich wie im Skisport:
Sollten Sie sich unsicher sein, ob Ihre Wegstrecke für Sie geeignet ist und sinnvoll ist, wenden Sie sich vertrauensvoll an einen der ortsansässigen Wanderbetriebe, an eine Skischule, einen Schneeschuhverleih oder fragen Sie vielleicht Ihren Vermieter, ob er Ihnen vielleicht einen Rat geben kann oder einen Experten kennt, der Ihnen weiter helfen kann bei der Planung Ihrer Schneeschuhwanderung.
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